Projekt Gesundheitsförderung Prävention

 

Prävention und Gesundheitsförderung? Nicht nur der Patient, sondern die Pflegenden benötigen diese!
Attraktivität steigern - Gerade in Zeiten des Pflegenotstandes

Die Studie „Gesunde Pflege beginnt in der Pflegeausbildung“  von Jaqueline Bomball, et alumni der Public Health Uni Bremen, zeigte, dass Auszubildende in Pflegeberufen sehr häufig durch Krankheit fehlen, weiter wenig Prävention betreiben und sich vielen Risikofaktoren aussetzen. Weiter wird belegt, dass hier schon frühzeitig mit Prävention begonnen werden muss.

bild1Hierauf hat die Bamberger Akademie für Gesundheitsberufe und das Bamberger Bildungszentrum für Altenpflege direkt reagiert. Die Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Hebammen, Altenpflege und Pflegefachhilfe wurden hierzu in einem umfassenden Survey befragt.
Neben einigen statistischen Daten (Ausbildungszugehörigkeit, Ausbildungsjahr, Geschlecht, Raucher) wurde das subjektive Gesundheitsempfinden untersucht. Interessant war hier, dass die Auszubildenden ihre derzeitige Situation weder positiv noch negativ empfinden. Sportliche Aktivität vor Ausbildungsbeginn und Derzeitige zeigen eine deutliche Abnahme. Als Hauptgrund wird fehlende Zeit aufgrund von Schichtdienst und Lernaufwand angegeben. Zudem haben 86 Prozent der Auszubildenden recurrent Rückenschmerzen. Die Wünsche für ein adäquates Angebot wurden durch Freitext ermöglicht. Die Umfrage zeigt, dass das Angebot teils theoretisch und praktisch ausgelegt sein sollte.

Da nur eine partizipatorische Vorgehensweise bei den Auszubildenden eine Erfolgsaussicht bietet wurden ZitatArbeitsgemeinschaften gebildet. Hier wurden Freitextangaben weiter konkretisiert und in drei große Themenbereiche eingegrenzt: Ernährung im Schichtdienst, gesunder Rücken und Fitness, Stressbewältigung und Wohlfühlen. Im Mittelpunkt steht hier der Auszubildende und dessen persönliches Gesundheitsempfinden (weitere Maßnahmen zum Arbeitsschutz wie Kinästhetik und rückenschonende Arbeitsweise werden in den jeweiligen Lernfeldern zusätzlich unterrichtet). Weiter sollte das Angebot während der Schulzeit möglich werden. Jeder Mittwoch sollte mit zwei Schulstunden am Tagesende hierfür genutzt werden. Die Inhalte wurden in das Curriculum implementiert. Die Suche nach entsprechenden Fachdozenten wurde begonnen. Die Gesundheitskasse AOK unterstützt die Akademie tatkräftig. Jede Woche begleiten zwischen vier und sieben Experten die Schüler in den selbstgewählten Bereichen. Die Bandbreite an Angeboten erstreckt sich von „Rückengesundheit mit Yoga/Pilates/Qui Gong“ bis hin zu „gesundem Essverhalten und Kochen im Schichtdienst“. Weiter bieten einzelne Lehrkräfte supportiv um der Schülerzahl gerecht zu werden verschiedene Workshops in den Themenbereichen an.
Seit Anfang September läuft das Projekt nun an der Bamberger Akademie für Gesundheitsberufe und dem Bamberger Bildungszentrum für Altenpflege und Altenpflegehilfe. Geschäftsführung Frau Sabine Schuhmann – Haudeck, pädagogische Schulleitung Frau Inge Brüggemann und Projektleiter Herr Matthias Drossel sind sehr zufrieden. Die investierten Kräfte und der hohe logistische und Verwaltungsaufwand werden durch Lob und Würdigungen von den Auszubildenden entschädigt und die Umsetzung bestätigt.

bild2Ein ökonomischer Nutzen, wie sinkende Fehl- und Krankheitszeiten und auch steigende Bewerberzahlen kann derzeit noch nicht bewertet werden, wird aber auch weiter wissenschaftlich durch Herrn Drossel begleitet und evaluiert. Ein enormer pädagogischer Nutzen kann schon jetzt verzeichnet werden. Die Schüler der verschiedenen Berufsfachschulen lernen sich gegenseitig von einer ganz anderen Seite kennen. Anfangs wollte sich niemand Schwächen eingestehen und es wurde peinlich empfunden vor der Gruppe zu üben und zu trainieren. Schnell hat sich das Ganze geändert und es wird sich gegenseitig unterstützt. Diese gruppendynamische Entwicklung hat sich bei den Freizeitveranstaltungen bestätigt. Vorurteile werden zudem Stück für Stück aus den Köpfen eliminiert, was gerade in Zeiten der Zukunftsvisionen „Generalistik“ eine wichtige Folge ist. Die Lehrkräfte lassen sich von verschiedenen Ideen inspirieren um auch Übungen bei Konzentrationsproblemen anzuwenden. Auch die allgemeine Grundstimmung wird positiver wahrgenommen. Bei einer großen Sitzung des Schulforums mit Klassensprechern und Lehrern wurde seitens der Auszubildenden gebeten, dass es eine Fortführung des Projektes gibt. Einige berichteten sogar, dass sie selbst sehr kritisch dem Ganzen gegenüber wahren und jetzt ihre Meinung änderten. Die intrinsische Motivation Angebote auch in der Freizeit zu suchen wird von vielen Auszubildenden berichtet.

 

Pressemitteilungen zum Gesundheitsprojekt

"Gesundheit in die eigene Hand nehmen" (Obermaintagblatt von Mario Deller, Montag, 28.09.2011)

Zehn Auszubildende geben, auf bunten Schaumstoffmatten liegend, ihr Bestes. "Schön den Oberkörper oben halten. Ich weiß, so einfach ist das gar nicht, aber es stärkt sehr gut Rücken- und Bauchmuskeln."

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Impressionen

Ausflug in die BasKIDhall mit Trainern der Brose Baskets Bamberg
(80 Schüler, 25.01.2012)

Zum Bericht auf der Homepage der Brose Baskets gelangen Sie hier

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